• Reifenwechsel künftig teurer durch Reifendruckkontrollsystem

    Seit dem 1. November müssen laut der ECE-Richtlinie R64 alle neu homologierten Fahrzeugmodelle mit einem Reifendruckkontrollsystem (RDKS, englische Abkürzung TPMS) ausgestattet sein. Diese Pflicht wird den Reifenservice in den Kfz-Betrieben nach einer gewissen Anlaufzeit sehr stark beeinflussen – spätestens wenn ab dem 1. November 2014 die Übergangsfrist endet und alle Neuwagen ein RDKS besitzen müssen. Untersuchungen zeigen: Die Arbeitszeit kann sich vervielfachen und somit auch der Preis des Wechsels sich deutlich erhöhen.

    Die Zahlen sollten den Werkstätten zu denken geben, denn sie werden die gewohnten Prozesse im Reifenservice – vor allem in der saisonbedingten Wechselzeit – deutlich verändern. Heute kann ein routiniertes Werkstattteam den Wechsel von Sommer- auf Winterräder von der Annahme bis zur Rückgabe des Autos in 15 Minuten durchführen. Zukünftig könnte der Prozess folgendermaßen aussehen: Kommt ein Fahrzeug mit RDKS in die Werkstatt, müssen die Sensoren zuerst ausgelesen werden, um ihren Zustand festzustellen. Dann muss der Mitarbeiter die passende Sensoren identifizieren und auslagern (die der Betrieb hoffentlich auf Lager hat), Sensoren und Winterreifen auf die Felge montieren und wuchten. Dann erfolgt die Montage ans Auto und das Anlernen der neuen Sensoren ans Steuergerät mit einem entsprechenden Diagnosetool. Für diesen Ablauf wurde eine Prozesszeit von 38,5 Minuten ermittelt – 2,5-mal so viel wie bislang.
    Erfolgt der Reifenwechsel auf Termin, kann der Betrieb immerhin damit Zeit sparen, dass er die Räder mit den passenden Sensoren bereits vormontiert. Eine andere Möglichkeit ist es, nicht die modellspezifischen Originalsensoren zu verwenden, sondern Universalteile, die sich per Programmierung an fast jedes Fahrzeug anpassen lassen.

    Sensoren anlernen kostet Zeit, selbst wenn keine neuen Sensoren nötig sind – beispielsweise weil der Reifen auf den vorhandenen Felge ummontiert wird, muss die Werkstatt das RDKS bei der Zeitplanung ins Kalkül ziehen. So sollte bei jedem Reifenwechsel die Funktionsweise des Systems vor und nach der Arbeit geprüft und dokumentiert werden, um dem Kunden gegenüber auf der sicheren Seite zu sein. Zweitens empfehlen die Sensorenhersteller stets das sogenannte Servicekit zu wechseln, also Dichtungen, Mutter, Ventileinsatz und -kappe.

    Weiterhin gibt es mehrere Verfahren, neue Sensoren mit dem RDKS-Steuergerät zu „verheiraten“, die unterschiedlich viel Zeit kosten. Am schnellsten geht es mit einem speziellen Diagnosegerät. Bei manchen Autos sind bestimmte Prozeduren mit dem Zündschloss und anderen Bedienelementen im Auto auszuführen. Beim einfachsten, aber auch zeitraubendsten Verfahren verbinden sich die Sensoren während der Fahrt automatisch mit dem Steuergerät. Üblich ist beispielsweise eine 15-minütige Fahrt mit mindestens 20 km/h. Das klingt banal, dürfte aber die Prozesse im Autohaus noch mehr durcheinanderbringen. Denn der Betrieb sollte diese „Probefahrt“ nicht an den Kunden delegieren, denn er muss sicherstellen, dass das RDKS bei der Fahrzeugrückgabe funktioniert.

    Zur Vorbereitung auf die RDKS-Ära sollten sich vor allem Freie Betriebe unbedingt weiterbilden.
    Kommentare 23 Kommentare
    1. Avatar von Honcho
      Honcho -
      Was ist das für ein Blödsinn? Ist nur ein Grund die Preise anzuziehen. Wesentlich Preiswerter ist es den Reifendruck über die Umfangsgeschwindikeit zu ermitteln. und das eine Knöpfchen für 2 sek zu drücken ist den Mehrpreis absolut nicht Wert. In meinen Augen ist das ganze nur Panikmache, denn RKS gibts nicht erst seit gestern und es klappt bei der Montage weiterhin
    1. Avatar von freak
      freak -
      Ein RKS schadet sicher nicht. Aber muss man es deswegen gleich jedem gesetzlich aufzwingen? Was kommt als nächstes Drehmomentsensoren an den Radschrauben?
    1. Avatar von AFNQuattro
      AFNQuattro -
      Und wieder ein Feature mehr was bei der HU überprüft wird und für erhebliche Mängel sorgt......
    1. Avatar von RSK
      RSK -
      Welcher Zweck wird damit sicherheitstechnisch verfolgt ?

      Gibt es Erhebungen dazu, wieviele Fahrzeuge wann mit falschem Reifedruck herumfahren ? Und, war das bei Unfällen ursächlich ?
      Wie wird der Reifendruck in Anpassung an die Beladung ermitelt ?

      Was passiert, wenn ein oder mehrere Reifen, den falschen Druck melden ?
      Fahrzeug fährt nicht mehr ? Nur akustische und / oder optische Anzeige ?

      Was, wenn auf der Autobahn ein Reifen Druck verliert ?

      Ich selbst habe bei meinen Fahrzeugen, die ich im Laufe der Jahre gefahren habe , nie einen signifikanten falschen Druck festgestellt. Prüfe ab und zu.
    1. Avatar von hochsal
      hochsal -
      Ist bestimmt nicht schlecht sowas aber die Sensoren kosten Geld usw.
    1. Avatar von Gizmo1981
      Gizmo1981 -
      Reifendrucksensoren werden doch eh nur bei teureren Fahrzeugen verwendet, weil sie viel zu teuer sind. Ich denke, die indirekte Reifendrucküberwachung wird sich durchsetzen, auch wenn sie (im Moment) vielleicht noch ungenauer ist. Dann entfällt auch der ganze Stress mit den Sensoren.
    1. Avatar von El_Mat@dor
      El_Mat@dor -
      Gilt dann die Reifenpannenanzeige von BMW nicht mehr? Die funtioniert nämlich ohne Sensoren an den Reifen sondern über Raddrehzahl...
    1. Avatar von hochsal
      hochsal -
      Zitat Zitat von Gizmo1981 Beitrag anzeigen
      Reifendrucksensoren werden doch eh nur bei teureren Fahrzeugen verwendet, weil sie viel zu teuer sind. Ich denke, die indirekte Reifendrucküberwachung wird sich durchsetzen, auch wenn sie (im Moment) vielleicht noch ungenauer ist. Dann entfällt auch der ganze Stress mit den Sensoren.
      was ist teuer?
      Bei Audi sind die aufpreis aufjedenfall beim A4.
    1. Avatar von samael
      samael -
      wie naiv bist Du, was aufpreisfrei ist ist bereits in den Grundpreis mit eingeflossen
    1. Avatar von Nevsehir89
      Nevsehir89 -
      was wollen die damit erreichen?ich verstehe nicht wieso es ein regel pflicht wird??
      Das bedeutet wieder geld ausgeben,da man die Reifen nicht überall neu einziehen lassen kann wird es für die Werkstatt leute schwerer...Natürlich gehe ich für 50euro bei mir es aufziehen,aber mit Sensor??
      oh man..hoffe ich das es nicht durchgesetz wird.
    1. Avatar von hochsal
      hochsal -
      Der Sensor bleibt doch in der Felge drinnen?
      Also muss der nur einmal rein?
    1. Avatar von Gizmo1981
      Gizmo1981 -
      Der Sensor bleibt in der Felge. Dann brauchst aber für die Winterreifen einen zweiten Satz Sensoren...teuer.

      Meiner Meinung nach hat die gesetzliche Pflicht schon einen Sinn. Ich kenne viele Leute die noch nie Ihren Reifendruck überprüft haben. Und genau da setzt das ja an, diese Sicherheitslücke durch Gesetzeszwang zu schließen.

      Ob das jetzt sinnvoll ist oder nicht, lass ich mal dahingestellt.

      Technisch gesehen ist die Lösung mit Sensoren auf jeden Fall die genauere. Ist aber auch deutlich teurer, weil die Sensoren eben zusätzlich gebraucht werden. Die "BMW"-Lösung ohne Sensoren, die im übrigen in der Mehrheit der Autos verbaut ist, braucht nur ein Stück Software. Wie viel Potential zur Genauigkeitserhöhung noch da ist, kann ich nicht einschätzen.
      Falls dieses Gesetz also wirklich kommen sollte, vermute ich, dass die Mehrheit der Hersteller Kosten sparen wird und zur sensorlosen Lösung greift. In dem Fall wird dann der Reifenwechsel auch nicht teurer und man braucht keinen zweiten Satz Sensoren.
    1. Avatar von W0LF
      W0LF -
      Ich verstehs auch noch nicht so ganz - warum MUSS das drin sein?
      Und bitte jetzt nicht "weil die Menschen blöde sind"

      Als ich "jung" war, konnte man sein Kühl-/Wischwasser, den Reifendruck und Ölstand selbst prüfen. Braucht man denn für alles Sensorik im Auto? Langsam kommt man sich doch vor wie bei "Wall-E". Mitdenken unerwünscht.

      Versteht mich nicht falsch. Es ist sicherlich "nice to have", nicht total sinnlos und unter Umständen sogar mal ganz interessant. Aber muss man das jetzt verpflichtend in allen Neuwagen fordern?

      Dann will ich aber auch einen Wassergehaltssensor für Bremsflüssigkeit, einen Verschleißsensor für Stoßdämpfer und Federn und einen Trübungssensor für die Windschutzscheibe.
    1. Avatar von Gizmo1981
      Gizmo1981 -
      Da hast du wohl recht.
    1. Avatar von Gizmo1981
      Gizmo1981 -
      Wenn schon, dann gleich so: http://de.wikipedia.org/wiki/Reifendruckregelanlage

    1. Avatar von RSK
      RSK -
      Hallo Wolf, so isses.
      Bin ich noch gar nicht drauf gekommen, dass es sich auch um ein Generationenproblem handeln könnte.
      Ist bei mir auch so. Mein Erster war ein 30 PS Käfer. Da hat man auf alles selbst geachtet.
      Heute sollen die Autos selbst auf alles achten.
      Und, früher gab es auch noch Service, z.B an Tankstellen.
    1. Avatar von Nevsehir89
      Nevsehir89 -
      Zitat Zitat von W0LF Beitrag anzeigen
      Ich verstehs auch noch nicht so ganz - warum MUSS das drin sein?
      Und bitte jetzt nicht "weil die Menschen blöde sind"

      Als ich "jung" war, konnte man sein Kühl-/Wischwasser, den Reifendruck und Ölstand selbst prüfen. Braucht man denn für alles Sensorik im Auto? Langsam kommt man sich doch vor wie bei "Wall-E". Mitdenken unerwünscht.

      Versteht mich nicht falsch. Es ist sicherlich "nice to have", nicht total sinnlos und unter Umständen sogar mal ganz interessant. Aber muss man das jetzt verpflichtend in allen Neuwagen fordern?

      Dann will ich aber auch einen Wassergehaltssensor für Bremsflüssigkeit, einen Verschleißsensor für Stoßdämpfer und Federn und einen Trübungssensor für die Windschutzscheibe.
      Die sollen an der Motor innen drinne Kamera bauen,sodass wir es leichter feststellen können.
    1. Avatar von samael
      samael -
      ja ,fing an mit den ganzen Blödsinn Spurwarner, Schildererkennung usw., alles überflüssig zudem würde mich einmal interessieren wie relevant der Reifendruck bei evtl. Unfällen überhaupt war. Sinnvoller wäre meiner Meinung wobei auch überflüssig ein Warnsystem für die Bremsen so wie teilweise für die Klötze verbaut oder für das Reifenprofil, wahrscheinlich auch irgendwie machbar, aber Reifendruck, tzzzz
    1. Avatar von Krebserl
      Krebserl -
      na ja wenn ihr mal einen Reifenplatzer bei hoher Geschwindigkeit hattet, weil der Reifen schleichenden Druckverlust hatte und sich dann selbst zerlegt hat, werdet ihr die RDK zu schätzen wissen. Die Reifen sind nun mal das Wichtigste Verbindungsteil zur Strasse und nicht die fette Stereoanlage oder nutzlose Spoiler. Na mein Unfall ging glimpflich aus, ohne grosse Schäden mal abgesehen von einem gechrotteten Reifen und Alufelge, hätte auch anders sein können. Ich kontrolliere meinen Reifendruck regelmässig aber eben nicht bei jedem Tankstopp, wer macht das schon..... und schwups hast statt z.B. 2,5bar nur noch 1 Bar und dann geht alles ganz schnell. Selbst wenn ihr es rechtzeitig feststellt und wieder nachfüllt ist der Reifen in der Regel so an der Karkasse vorgeschädigt, dass er sich dann irgendwann trotzdem zerstört. Hab bei meinem RS4 das RDK drin und bin sehr froh drum. Die Mehrkosten sind erträglich, das Anlernen dauert 10sec. nämlich nen Knopf im FIS drücken und anlernen, geht automatisch. Mein Leben ist mir den geringen Aufpreis wert. Wer für 50.000 + EUR ein Auto kauft kann auch für 200 EUR Sensoren zur Sicherheit mitnehmen.
    1. Avatar von mounty
      mounty -
      Ich weiß nicht warum hier Leute noch sagen *FALLS das GESETZ kommt* ES ist DA!!! Steht doch ganz deutlich im Artikel drin das es ab 1. November PFLICHT ist für ALLE Neufahrzeuge.

      @Gizmo1981 Es gibt auch bei Audi die Sensorlose Reifendruckkontrolle anhand der Raddrehzahlen übers ABS nicht nur die Variante mit Sensoren!
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